
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gibt dem öffentlichen Druck nach und ist nun bereit, dauerhaft auf seinen Doktortitel zu verzichten. Dies erklärte er im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung gestern im hessischen Kelkheim.
Zu Guttenberg gestand ein: „Ich habe mich am Wochenende noch mal mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und feststellen müssen, dass ich gravierende Fehler gemacht habe.“ Im Verlaufe der sieben Jahre, die zu Guttenberg an der Doktorarbeit geschrieben hat, habe er „den Überblick über die Quellen verloren“ und dabei sei mitunter „Peinliches“ herausgekommen.
Dennoch wird zu Guttenberg nicht müde zu betonen: „Ich habe diese Fehler nicht bewusst gemacht. Ich habe auch nicht bewusst oder absichtlich in irgendeiner Form getäuscht.“
Karl-Theodor zu Guttenberg erklärte weiter: „Ich bin ein Mensch mit Fehlern und Schwächen und stehe auch öffentlich zu meinen Schwächen.“ Dann entschuldigt er sich bei allen, die er durch seine Dissertation verletzt habe und gesteht ein: „Die Entscheidung, den Doktortitel nicht zu führen, schmerzt.“
Mit seiner Bitte um Aberkennung des Doktortitels greift zu Guttenberg der Prüfung durch die Promotionskommission der Universität Bayreuth vor. Diese muss trotzdem ein ordentliches Verfahren einleiten um dem Verteidigungsminister den Titel aberkennen zu können.
Zu Guttenberg versucht den Befreiungsschlag. Ob ihm dies gelungen ist wird die Zeit zeigen müssen. Seiner Beliebtheit in der Bevölkerung scheint die Plagiatsaffäre keinen Abbruch zu tun. Eine aktuelle Emnid-Umfrage belegt, dass 2/3 der Deutschen zu Guttenberg nicht für einen ‚Schwindler’ halten.



