
Eröffnung des Oktoberfestes 2026 im Hofbräuhaus in Berlin-Mitte. Zum Fassanstich hat man sich hohen Besuch eingeladen: Der Kult-Sänger und Ur-Berliner Frank Zander („Hier kommt Kurt“) soll die Oktoberfestsaison in der Hauptstadt einläuten. Aber wie passt Berlin zu bayerischen Traditionen wie dem Oktoberfest? Frank Zander (84) erklärt: „Na ja, erstmal trinkt man hier gerne und auch in Bayern. Und irgendwie haben wir ein gesundes Verhältnis, Bayern und die Preußen, seit eh und je. Und dass ich ansteche heute ist schon besonders. Ich habe das noch nie gemacht. Oh Gott, oh Gott, aber es kann ruhig spritzen. Das macht nichts!“ Wie trinkfest Zander ist? „Ich trinke sehr gerne Bier, aber gemach, gemach…“

Auch Prominente wie Barbara Engel, Schauspieler Bruno Eyron oder Timo Jacobs sind gekommen. Timo Jacobs meint, dass ein Oktoberfest gut zu Berlin passt: „Na ja, wir sind ja multikulti zusammengewürfelt hier, alles was Spaß und Freude macht, das umarmt Berlin. Wo es Bier gibt, wo es gute Laune gibt, da sagt Berlin nicht nein.“ Barbara Engel erklärt, Oktoberfeststimmung liebt sie, aber Alkohol eher weniger. Barbara: „Also ich trinke eigentlich gar keinen Alkohol. Das finde ich viel schöner. Du hast viel mehr Spaß. Du wachst morgens entspannt auf und je älter man wird, da muss man auf einige Sachen achten.“

Vor dem Hofbräuhaus posiert Zander mit weiblichen Fans. Dann kommt der große Moment. Zander bahnt sich den Weg durch die Menge, rund 3.000 Menschen sind gekommen. Stilecht mit Schürze greift er zum Holzhammer und mit gut drei Schlägen – und ein wenig Spritzen – hat er das Bierfass angestochen. Die Menge jubelt für Frank Zander und der bedankt sich mit einem kurzen emotionalen Überraschungs-Auftritt. Auf der Bühne gibt es seinen Hit „Nur nach Hause“ zum Besten. Im Sommer 2023 hatte Zander seinen Abschied von der großen Bühne verkündet. Von daher sind Auftritte wie dieser eine sehr große Ausnahme. Zander: „Ab 80 wird es etwas schwieriger. Ich sage immer ‚Leute, ich bin fast 85, denkt mal daran. Da sind die meisten Männer tot. So einfach ist das. Ich bin noch da.‘ Ich muss mich ein bisschen mehr bewegen, sagt mein Sohn, was richtig ist.“

In drei Monaten wird Frank Zander zum 32. Mal sein Obdachlosen Weihnachtsfest feiern. Zander erklärt stolz: „Deswegen freuen sich die Leute auch, dass wir standhaft sind, die Ärmsten der Armen einzuladen. Heute ist gemischtes Publikum. Das merkt man schon. Ein Dirndl ist nun auch nicht so billig. Wer zu uns kommt, der schafft es nicht, ein Dirndl zu kaufen. Wir halten durch und das ist sehr wichtig für Berlin. Diese Veranstaltung ehrt uns ja und da halte ich durch. Noch 10 Jahre habe ich mal gesagt…“

Auch Franks Sohn Marcus Zander weiß, die Obdachlosenfeier ist ein Lebenselexier von seinem Vater. Marcus: „Ich glaube, das gibt ihm gerade die Kraft, solche Aufgaben zu haben, im Leben. Wenn man nämlich keine Aufgabe mehr hat und kein Ziel mehr hat, dann wird es eher schwierig und das ist für ihn kraftgebend… Wir haben jetzt schon die Gänsekeulen quasi bestellt, die ganzen Getränke die Vorbereitungen laufen. Wir haben wieder Schlafsäcke dabei, die wir verteilen wollen. Wir wollen Hygieneartikel verteilen. Wir haben auch einen Stiftungsstand. Es gibt ja jetzt die Frank Zander Stiftung und deswegen können wir da eine Menge Sachen verteilen.“

Die prominenten Gäste des Abends wissen, was der 84-Jährige leistet. Barbara Engel: „Er ist für andere da und er transportiert Werte und das ist ganz wichtig.“ Timo Jacobs: „Ich helfe ja sogar immer mit, wenn er die Obdachlosen versorgt zu Weihnachten. Er ist ein wahnsinnig toller Mensch. Ich bin froh, mit ihm bekannt zu sein. Er ist ein Original.“







